Hauptseminar (Blockseminar)

  • Vorbe­sprechung­ster­min: Mittwoch, 18. April 2012, 16–18 Uhr, Raum X (dort wird auch der Ter­min des Block­sem­i­nars bekan­nt­gegeben)

Darf man strafen?” Es wird vielle­icht über­raschen, daß diese Frage von Philosophen manch­mal mit “Nein” beant­wortet wird. Denn wie sollte ein Staat funk­tion­ieren kön­nen, ohne diejeni­gen bestrafen zu dür­fen, die die staatskon­sti­tu­tiv­en Regeln brechen? Der vielle­icht promi­nen­teste Skep­tik­er bezüglich der moralis­chen Zuläs­sigkeit des Strafens ist Michael J. Zim­mer­man, den wir im Dezem­ber 2012 an der Uni­ver­sität Tübin­gen zu Gast haben wer­den. Zim­mer­man wird dann einen Vor­trag hal­ten und ins­beson­dere auf eine Rei­he von Essays antworten, die von Studieren­den im Vor­feld ver­faßt und ihm zugeschickt wer­den. Das Sem­i­nar dient dem Zweck, diese Ver­anstal­tung vorzu­bere­it­en und in das The­ma all­ge­mein einzuführen. Dementsprechend wer­den wir nicht nur Zim­mer­mans Buch “The Immoral­i­ty of Pun­ish­ment” (2011) lesen, son­dern auch andere Philosophen mit ganz anderen Auf­fas­sun­gen zu Wort kom­men lassen wollen — etwa der, daß Täter ein Recht auf Strafe hät­ten. Im bre­it­eren Kon­text soll auch die Frage erörtert wer­den, welch­es Ziel (wenn über­haupt eines) wir mit Strafe ver­fol­gen (z. B. Rache, Resozial­isierung, Schutz der Gesellschaft oder der­gle­ichen) und ob die beste­hen­den Insti­tu­tio­nen geeignet sind, dieses Ziel zu real­isieren. Läßt sich hier ein his­torisch­er Wan­del fest­stellen? Die Ver­anstal­tung ist Teil des Arbeit­skreis­es für Prak­tis­che Philoso­phie und wird von Studieren­den organ­isiert. Es sind aber nicht nur die Organ­isatoren der Ver­anstal­tung gefragt: Jed­er, der Inter­esse hat, kann teil­nehmen, selb­st wenn er keinen Essay ver­fassen möchte. Scheine kön­nen auch unab­hängig davon erwor­ben wer­den.